2006-09-16: "Nur noch 3 mal Leiden!""

Endlich ist es verkündet, endlich werden wir Michael Schumacher los! Nach endlos scheinenden 16 Jahren endet mit dieser Saison auch die Ära Schumacher.

Nicht ganz unplanmäßig ist dabei untergegangen, dass der Grund für den Rückzug des 7-fachen Weltmeisters eine Entscheidung war, die er selbst nicht beeinflussen konnte. Die Unterschrift Kimi Raikkonens unter den Ferrari Vertrag 2007 (bis 2009) besiegelt die Karriere Schumachers. Nicht dass Ferrari ihm nicht angeboten hätte weiterzufahren, allein ist es die Strategie Michael Schumachers einen Teamkollegen im Griff zu haben, was durch tatsächliche fahrerische Überlegenheit, durch Bevorzugung oder durch verdeckte Stallregie sichergestellt sein muss.
Leider ist weder das eine Tatsache, noch ließe sich ein Herr Raikkonen die zweite oder dritte Option bieten. Die Folge daraus ist nur logisch: Karriereende eines streitbaren, zur Legende gewordenen Piloten.
Viele Fans werden dieser Argumentation nicht zustimmen, doch warum sollte ein Fahrer seinen endgültigen Rückzug aus der Formel 1 ankündigen, wenn er gerade um die Weltmeisterschaft kämpft und somit die Möglichkeit besteht, am Tag des Erringens des 8. Titels auf dem Höhepunkt der Karriere Good bye zu sagen? Oder zur Not auch nachdem er diesen Titel eben nicht errungen hat, dann mit dem Argument dort ist jetzt einer, der mich geschlagen hat? Allein der Zeitpunkt der Entscheidung macht sehr deutlich, dass diese aufgezwungen war.
Besonders RTL verstand es herrlich, dies gebührend herüber zu bringen, indem die Kölner einen stimmlosen König eine kurze und sehr trüb wirkende Presseerklärung haben vorlesen lassen. Dass man dann auch noch in der gleichen Minute die Bestätigung durch Norbert Haug über den Bildschirm flimmern lässt, dass Kimi der Nachfolger wird, passte dann dazu. Auf der offiziellen Pressekonferenz der FIA hat man Kimi indes nicht die Chance gegeben, ein paar Worte dazu zu sagen.
Weit hergeholt die Annahme, dass dies damit zu tun hat, dass man dem größten Star dieser kommerzialisierten Sportveranstaltung die ungeteilte Aufmerksamkeit gönnen wollte.

Sicherlich war Michael Schumacher ein guter Fahrer, doch dass er bzw. sein Management es nie zuließen, dass er einen Teamkollegen bekommt, der ernsthaft gegen ihn kämpfen kann, ist schon schade. Rubens Barrichello hat einige Male gezeigt, dass sein Teamkollege nicht übermenschlich war, Sätze wie: „Let Michael pass for the Championship“ 7 Rennen vor Saisonende machen allerdings recht deutlich klar, welche Stellung der jeweils zweite Fahrer bei Benetton bzw. Ferrari immer gehabt haben. Und dies gilt nicht nur in puncto Aufmerksamkeit, die entgegengebracht wurde, sondern auch auf Materialseite. Ausfallstatistiken geben hier ebenso einen Anhaltspunkt wie die Frage, wer das aktuellste Material bekommen hat, wenn es mal wieder erst nur für ein Auto genügte.
Ich möchte nicht an das Wort Schummel-Schumi erinnern, das ähnlich wie „Schumi“ selbst etwas albern klingt. Trotzdem möchte ich nicht verschweigen, dass ich froh bin, dass Aktionen wie der Hill-Abschuss Ende 1994, der Villeneuve-Abschuss 1997, der dazu führte, dass in offiziellen Statistiken kein WM-Punkt für Michael Schumacher aus diesem Jahr zu finden ist, oder die Rascasse-Parkaktion 2006, um nur einige Dinge zu nennen, der Vergangenheit angehören.
Ich werde Michael Schumacher mit einem Tschüss verabschieden, die Worte „Auf Wiedersehen“ kommen in diesem Zusammenhang aber nicht über meine Lippen!

Euer Alex!

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